Der Herrscher im Tarot (IV)

Zusammenfassung.

Der Herrscher ist Regent aus innerer Stärke. Diese Stärke drückt sich zum einen als Selbstbeherrschung und zum anderen durch Souveränität aus. Sich von keiner Macht des Scheins  beeindrucken lassen, dies gilt besonders bei feindlichen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Durch tückische Lüge und Täuschung ist nichts so wie es scheint.

Vorbemerkung

Der Herrscher verkörpert die Souveränität durch innere Stärke. Er setzt Grenzen zum Schutz vor feindlichen Angriffen und duldet keine Grenzverletzungen. 
Die Sphäre des Kampfes ist das Schlachtfeld von Mars, es ist auch die Sphäre ihrer Götter und Dämonen. Wer mit der indischen Spiritualität vertraut ist, erkennt hier auch Kali, die weibliche Energie des tabula rasa allen Unrechts.

4 - Der Herrscher im Tarot

Nach der vergänglichen Pracht der Regentin
übernimmt der Herrscher das Zepter des Krieges;
Auf dem Schlachtfeld tobt er schrecklich wie Kali.

Im weißen Gewand mit grünen Bordüren,
Goldenen Schnallen mit roten Edelsteinen,
steht er edelmütig zu Schlacht und Opfer bereit.
Die königliche Krone verheißt siegreiche Taten.

Mit erhobenem Zepter bekundet er Wille zum Sieg.
Er rüstet sich gegen Gewalt und gegen das Unrecht.

Neben ihm der Falke als Wächter des Horus,
Gelassen  in sich ruhend als Kenner des Feldes.

Der Feldherr erkennt den Schein, jede Täuschung.
Kein Hinterhalt entgeht ihm, gefeit ist er durch Übung.
Kommt es zur Schlacht lodert sein Wille wie Schwefel,
Gestank steigt empor durch die Frevel der Feinde.
Ätzend entzündet Mars die Fackel gegen Heimtücke
Und nur wenige kennen hier der Kali fressende Flammen.

Doch täusche dich nicht, Mars handelt nicht ohne Ethos,
Er ist an Karma gebunden, an das Gesetz der Vergeltung.
Gerichtet wird der Richter wie der Soldat auf dem Feld,
Der Feldherr hört den Ratschluss der Götter und Dämonen.

Mit den Waffen des Gegners schlägt er den Feind,
Denn Recht beugt sich nie und nimmer vor Unrecht.

Erläuterung

Die Abbildung zeigt den Herrscher stehend in halber Profilwendung, das 
rechte Bein gekreuzt als Zeichen des Opfers auf dem Schlachtfeld. Das Gewand ist weiß mit grün-goldenen Bordüren an Ärmeln, Saum und einer diagonalen Schärpe über der Brust. Rote Steine 
zieren die Schärpe, Symbole der Bereitschaft, des Mutes und der Mars-Energie insgesamt. Der linke Arm liegt locker am Körper, die rechte Hand hält das reich verzierte Zepter aufrecht.

Sein Haupt trägt eine massive Krone, lange dunkle Haare fallen hervor und herunter, ein Bart umrahmt das Gesicht. Die Züge sind ernst, bestimmt, doch nicht grausam, Verantwortung sind Züge seines Charakters.

Barfuß steht er auf bloßem Grund, verbunden ist er mit der Erde.  

Rechts neben ihm ruht ein  Falke auf hölzernem Pfosten verweisend auf Horus, dem ägyptischen Himmelsgott und Beschützer des Königtums.

Der Herrscher folgt auf die Herrscherin und markiert den Übergang vom Werdenden zum Gewordenen in Form und Gestalt. Der ethische Kodex, ist kein absolutes Gebot, es wird durch die aktuelle Lage und je nach Sitte erst konkretisiert, es kann selbst Gegensätze annehmen. 


Fußnote

Horus war vor allem der göttliche Patron und Schutzherr des Königtums und wurde als Horus auf Erden verstanden. Er war Sohn des Osiris und der Isis und Gott des Himmels. Im Vergleich zu ihm ist der Menschen Sicht auf jedem Feld und jedem Gebiet viel begrenzter. So machte ich ihn interpretatorisch zum Kenner des Feldes.

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Mi. 4. Nov. 2026