Aurora

Natur und die 4 Elemente

Der Begriff Natur leitet sich von nascor/natus ab und mein lateinisches Wörterbuch seit der Schulzeit, der Stohwasser, gibt dafür drei Übersetzungsmöglichkeiten an: geboren werden, wachsen und entspringen. Natur hat damit eine doppelte Bedeutung, sie ist einerseits das Entspringende, das von sich aus Werdende und andererseits das Entsprungene oder Gewordene. Die beiden Grundbedeutungen müssen aufeinander bezogen sein, denn eine Plastikschüssel ist auch etwas Gewordenes, aber sie ist nicht aus sich heraus entstanden, sondern sie wurde gemacht.

Wie aber kann die Wirkungsweise der Natur verstanden werden? Kulturübergreifend werden vier grundlegende Prinzipien der Natur überliefert: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Ich selbst verstehe diese Elemente als Wirkungsweisen der Natur und weise ihnen vier grundlegende Kräfte zu: Erde = Trägheit, Wasser = Formbarkeit, Luft = Beweglichkeit und Feuer = Antrieb. Diese Begriffe sind leicht durch verwandte Begriffe ersetzbar und die Natur selbst wirkt nicht dogmatisch, sondern nach ihren eigenen Gesetzen und scheint sich wenig um menschliche Dogmen zu kümmern. Die Zuweisung von spezifischen Kräften zu den Elementen hat den großen Vorteil, dass sich leicht erkennen lässt, dass die natürlichen Kräfte nicht nur auf der physischen Ebene, sondern auch auf der emotionalen wie mentalen Ebene wirksam sind. Die Natur umfasst also hier einen größeren Rahmen als es heute üblich ist, denn Naturwissenschaft, Psychologie und Philosophie sind heute unterscheidbare Fakultäten, die mit den Begriffen der vier Elemente nichts mehr anzufangen wissen, außer einer gelegentlichen, meist lexikalischen Fußnote hier und dort.

Ich folge hier der Tradition der Hermetik und werde in weiteren und künftigen Betrachtungen dieses Thema ergänzen und vertiefen und mit Überlieferungen indischer Quellen in Bezug setzen.

Fr. 19. Juni 2026